Dronte
Universal Lexikon 1734

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Dronte, nue Dod-aers, G.Marcgravii, ein Vogel von einer ganz besonderem Gestalt, der sich in einer Insel in Westindien aufgehalten pflegte, welche, wie man dafür hält, die Insel Mauritius seyn soll. Es ist kleiner als ein Strauß, und grösser als ein Calecutischer - Hahn, oder als ein Truthahn; so hat er auch von allen beyden an sich; ist aber doch in vielen Stücken von ihnen unterschieden. Sein Kopf ist lang und dick, häßlich und ungestaltet, mit einer Haut bedeckt, die einer Mönchkappe nicht gar unähnlich siehet, die Augen sind groß und schwarz, der Schnabel lang und dick, stark spitzig und wie ein Haken gekrümmet von Farbe weißlichblau, biß auf die Spitze, welche oben gelblich und unten her schwärzlich ist. Sein Hals ist groß, fett und krumm. Der Leib ist dick, rund und mit weichen grauen Federn bedeckt als wie der Strauß: die Schenkel sind kurz, dick und gelblich. An jeden Beine hat er vier lange und harte Zehn, welche gleichsam schuppicht sind, und mit stareken schwarzen Klauen bewaffnet ist. Im Übrigen ist er ein dummer Vogel, der sehr langsam einher gehet, und sich gar leichtlich haschen läset. Er verschlucket Steine, denn es werden ihrer allezeit in seinem Magen gefunden. Sein Fleisch ist fett und dermassen nahrhafftig, das drey biß vier Dronten hundert Personen satt machen können. Das Schmalz von diesem Vogel dienet zum erweichen und zertheilen. Quelle: Universal Lexikon, Verleger Johann Heinrich Zedler 1734 |

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